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The Hunger of the Shadow · Kapitel 7 — Der Herr des Blutigen Nebels

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Kapitel 7

Der Herr des Blutigen Nebels

Der graue Nebel zog sich zurück, und der Friedhof versank erneut in stiller Ödnis. Endlich entspannte sich Jiang Hans angespanntes Nervenkostüm ein wenig.

Hätte nicht die eigenartige Bewegung des schwarzen Schattens unter seinen Füßen ihn gewarnt, wäre er längst ein weiterer Leichnam unter diesen verlassenen Gräbern geworden. Die Methoden dieses Dämons waren wirklich unberechenbar.

Doch im nächsten Moment runzelte Jiang Han die Stirn, sein Blick glitt über den leeren Boden hin und her.

„Nicht gut, wo ist die Seelenjade?"

Der üblichen Logik nach hätte nach der Vernichtung eines Dämons eine Seelenjade erscheinen sollen, doch außer vertrocknetem Gras und Geröll war nichts zu sehen.

Jiang Han senkte abrupt den Kopf und starrte den Schatten unter seinen Füßen mit zusammengebissenen Zähnen an: „Gib her, was du verschlungen hast!"

Für Außenstehende mochte dies wie wahnsinniges Gerede erscheinen. Doch Jiang Han war sich nur zu bewusst, dass der Nebeldämon vom Schatten verschlungen worden sein musste – das Biest hatte nicht einmal die Knochen übrig lassen wollen!

„Du hast alles bis auf den letzten Tropfen leer geräumt, dann könntest du wenigstens etwas Suppe dalassen!" schimpfte Jiang Han wütend.

Genau in diesem Moment erschienen erneut diese verzerrten, tintenschwarzen Schriftzeichen in seinem Sichtfeld:

«…rechte Hand…»

Jiang Han erstarrte und hob instinktiv seine rechte Hand.

Die einst kräftigen, langen Finger waren plötzlich ausgedörrt wie dürrres Holz, die Haut kreidebleich, als wäre eine Schicht grauen Deaths darüber aufgetragen worden – ein schockierender Anblick.

Gleichzeitig stieg aus unbekannter Quelle erneut dichter, blutiger Nebel auf.

„Schon wieder?"

Doch zwischen dem Schrecken bemerkte Jiang Han rasch eine Anomalie.

Dieser Nebel war anders als alles, was er kannte. Er brachte nicht Erstickung und Kälte, sondern vermittelte ihm ein seltsames Gefühl von Vertrautheit, als gehöre dieser blutige Nebel eigentlich zu seinem Körper.

Was ihn noch mehr erschütterte: Sein Sichtfeld wurde überhaupt nicht beeinträchtigt.

Normalerweise hätte man im Nebel alle Sinne verloren, doch nun waren sämtliche negativen Zustände wie weggeblasen.

Stattdessen stellte sich ein Gefühl ein, als wäre er der Herrscher über diesen Ort.

Sogar wenn er nur einen Gedanken bewegte, konnte er diesen Nebel nach Belieben formen und kontrollieren!

„Das… tatsächlich das Seelengerät umgehen und direkt mit dem Fleisch die Dämonenkraft steuern…"

Jiang Han starrte auf seine ausgedörrte rechte Hand, sein Adamsapfel bewegte sich.