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The New Atmosphere of Canglan Sect · Kapitel 14 — Kapitel 14 – Töten der Diebe

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Kapitel 14

Kapitel 14 – Töten der Diebe

Seit sein Vater im letzten Jahr gestorben war, gehörten dem ältesten Sohn Li Yepeng sämtliche Felder und das Geld der Familie. In seiner ausgelassenen Freude verkaufte er kurzerhand einige Mu fruchtbares Land für bare Münze und schlemmte im kleinen Gasthaus des Dorfes nach Herzenslust – ein wahrer Müßiggänger.

Von da an trieb er sich nur noch herum, stellte im Dorf ständig Unfug an oder streifte ziellos durch die Berge, schikanierte hemmungslos Frauen und stahl Hühner. In ganz Lixi-Dorf fürchtete er niemanden außer seinem älteren Onkel Li Gengye.

Der arme jüngere Bruder Li Yeping – obwohl er Li Yunping im Alter so nah war, hatte Li Yunping seit seiner Kindheit im Dorf私营学堂 beim Lehrer studiert, während er, Li Yeping, verlassen und elend dahinvegetierte, hungernd und frierend.

Ein Kind von kaum zehn Jahren, gerade vom Verlust des Vaters gezeichnet, musste täglich nicht nur Enten hüten, sondern auch für andere Ochsen bewachen. Hätte Li Gengye nicht hin und wieder ausgeholfen, wäre er längst zu Hause verhungert.

Li Yepeng scherte sich einen Dreck um dessen Schicksal. In seinen müßigen Momenten war sein Herz stets unruhig und aufgewühlt. Wenn er sah, wie Li Gengyes Familie in den herrschaftlichen Hof mit den grünen Ziegeln ein- und ausging, waren seine Augen voller Neid und Wahnsinn.

„Wir tragen doch alle den Namen Li! Warum bist du der eheliche Sohn und ich der uneheliche? Warum kaufst du fruchtbares Land und baust hohe Hallen? Nichts weiter als ein kleiner Grundbesitzer auf dem Dorf – bildet euch ein, die Art vornehmer Familien nachzuahmen und baut dieses tiefe Anwesen? Als hättet ihr dort drinnen unermessliche Schätze versteckt!"

Er richtete sich jäh auf und erinnerte sich plötzlich an eine Nacht vor etlichen Jahren, an die angespannten Gesichter einiger Männer und das kalte, schneidende Schwert in Li Gengyes Hand.

„Li Gengye muss einen Schatz besitzen..."

Während Li Yepeng ein Grashalm im Mund kaute, betrachtete er Li Gengye, der auf dem Feldrain lächelnd mit den Pächtern sprach, und sein Herz war von Unmut erfüllt.

„Nicht anders, als dass du eben in ein gutes Leben geboren wurdest."

Im Schatten eines Baumes döste er eine Weile vor sich hin. Als der Tag sich neigte, spuckte Li Yepeng verächtlich den Grashalm aus, krempelte die Hosenbeine hoch und schlich sich lautlos zum Anwesen der Lis.

Er umrundete die Mauer des Anwesens, fand aber nicht einmal einen Spalt in der Wand. Als er die Hände über die Mauer gleiten ließ, war diese glatt und ebenmäßig verputzt – unmöglich, darüber zu klettern.

„Verdammte Kerle."

Li Yepeng spuckte auf die Mauer, drehte sich wütend um und rannte zum Hinterberg.

„Glaubt ihr etwa, ihr könntet eine Decke über das Dach legen!"

Der Cangwu-Berg erstreckt sich in welligen Höhenrücken, und der Hinterberg von Lixi-Dorf ist nur ein einzelner Gipfel davon. Die Dorfbewohner waren zu bequem, ihm einen Namen zu geben, und nannten ihn einfach Hinterberg.

Wer über den Hinterberg nach Süden stieg, erreichte den Qingxi-Gipfel, und jenseits davon, am Fuß des Berges, lag das Qingyang-Dorf. Der Pfad durch das Bergland war die einzige Verbindung zwischen den beiden Dörfern.

Li Yepeng schob Gestrüpp beiseite, kletterte den Bergpfad etwa eine halbe Viertelstunde empor und fand einen erhöhten Platz mit freiem Blick hinab auf den kleinen Hof unter ihm.

Er rieb sich die Augen. Schemenhaft konnte er mehrere Gestalten ausmachen, die aufrecht knieten, und andere, die Steinquasten trugen und hin und her gingen – offenbar bei irgendeiner Beschäftigung.

„Man sagt, in diesem Hof seien Steinschlösser aufgestellt. Ob Li Gengye draußen irgendwelche Kampfkünste oder Kriegstaktiken erworben hat und diese heimlich an这几个 Bengel weitergibt?"

Li Yepeng blickte zum Himmel. Im Berg war es ohnehin schon dämmrig, und nun wurde der helle Mond von dunklen Wolken verhüllt, sodass die Erde in tiefe Finsternis getaucht war und selbst die Schatten der Menschen kaum noch zu erkennen waren.

Die Nacht war hereingebrochen. In den Bergen hallten Affengeheul und Wolfsgeheul wider. Ein kühler Wind stieg an Li Yepengs Hosenbeinen empor und ließ ihn vor Kälte die Beine zusammenkneifen, worauf er auf einen großen grünen Stein plumpste.

„Das ist ja verdammt unheimlich."

Li Yepeng harrte noch eine halbe Viertelstunde aus, sein Schnupfen lief, doch im Stillen plante er bereits die Verleumdungen, die er im Dorf verbreiten würde:

Von einem uralten Familienschatz war die Rede – er, Li Yepeng, war schließlich auch ein Li-Spross, warum sollte er nicht auch seinen Anteil bekommen? Falls es Kampfkünste oder Kriegstaktiken waren, hatte er keine Lust, sie zu erlernen; würde man sie verkaufen, könnte er für ein paar Tage sorgenfrei schlemmen.

Als er erneut hinabblickte, war niemand mehr im Hof zu sehen. Li Yepeng kümmerte das nicht weiter. Er zog die Ärmel enger zusammen, stand auf und wollte sich auf den Heimweg machen.

„Meine Mutter!"

Kaum hatte er den Kopf gedreht, stand reglos eine Gestalt auf dem Bergpfad. Vor Schreck fiel Li Yepeng auf allen Vieren kriechend und mit eingezogenem Schwanz hinter den großen grünen Stein zurück.

Zitternd spähte er hervor – das Gesicht war fein geschnitten, die Augen blickten sanft auf ihn herab. Es war sein Vetter Li Yunping.

Li Yepeng riss die Augen auf und wollte gerade eine trotzige Miene aufsetzen und toben, als er sah, wie Li Yunping in seiner Hand eine mystische Formel wirken ließ.

„Was?!"

Vor seinen Augen flammte plötzlich ein strahlendes goldenes Licht auf. Ein heftiger Schmerz durchfuhr seine Kehle, und die Welt begann sich zu drehen – mal sah er den hellen Mond, mal den verschwommenen Hof im Mondlicht.

Li Yepengs Kopf flog empor und schlug schwer auf den Bergpfad. In seinem schwindenden Bewusstsein starrte er verwundert auf das eisig kalte Lächeln im Gesicht seines Vetters Li Yunping – dieser junge Verwandte kam ihm noch nie so frem vor.

Der kopflose Leichnam, der hinter dem Stein kauerte, sprudelte unablässig Blut aus dem durchtrennten Hals. Warme, spritzende Blutstropfen färbten den grünen Stein, den Erdweg und das dürre Laub rot, bis der Blutstrom sich bis zu Li Yunpings Füßen ergoss.

Li Yunping trat mit leichtem Ekel zurück. Er sah zu, wie Li Yepengs Körper zusammensackte, und nach kurzem Überlegen führte er erneut die mystische Formel aus. Ein weiterer goldstrahlender Glanz entstand.

Er ging in die Hocke und zerteilte den Leichnam systematisch in große Stücke – nach einem bestimmten Verhältnis –, damit die wilden Tiere, die nachts vom Blutgeruch angezogen würden, die Überreste in alle Richtungen des Berges verschleppen konnten.

Als dies vollbracht war, stand Li Yunping auf und blickte sich um. In den schattigen Tiefen des Waldes waren bereits zahlreiche grünlich schimmernde Augen aufgetaucht. Li Yunping klopfte sich die Hände ab und sagte leise:

„Greift zu, die Herrschaften."

————

Im Hause der Lis.

Li Changhe erwachte aus seiner Versenkung und vermisste seine beiden jüngeren Brüder. Der riesige hintere Hof war so still, dass nur das Zirpen der Insekten zu hören war. Verwirrt eilte er in den vorderen Hof, wo er endlich Li Tongyan antraf.

Als er sah, wie Li Tongyan am Holztisch saß und eine Schriftrolle studierte, fragte Li Changhe verw