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The "Gift Package" Left by Master · Kapitel 1 — Erstes Kapitel – Das „Geschenkpaket" des Meisters

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Kapitel 1

Erstes Kapitel – Das „Geschenkpaket" des Meisters

Die Abendglocke des Qingyun-Tempels läutete zum dritten Mal.

Li Qingzhou kniete vor dem Totenaltar, das gelbe Papier in seinen Händen war bis auf die letzten grauen Aschereste verbrannt. Geschickt stocherte er mit einem Feuerhaken in der Waschschüssel, seine Bewegungen waren fließend und elegant, als wäre dies nicht das erste Mal, dass er die Bestattungszeremonie für seinen Meister abhielt, sondern eine unzählige Male geübte tägliche Morgenu bung.

Der achtzehnjährige Junge trug ein verblasstes grünes Stoffgewand, an den Ärmeln noch Spuren von Goldstaub vom Falten der元宝-Papiere. Er hob den Kopf, sein Blick schweifte über die massiven Menschenmassen in der Trauerhalle, und die Trauer und Wut in seinem Herzen ließ sich einfach nicht unterdrücken –

Der alte Mann war auch wirklich auf die unwürdigste Art und Weise gegangen.

Zu Lebzeiten hatte er den Tempel geführt, als wäre er eine Filiale der Bettlerbande, die Schulden, die er gemacht hatte, könnten sich vom Berghang bis zum Fuß des Berges erstrecken, und nun, da er im Sterben lag, hatte er es nicht einmal geschafft, sich zu schämen, und seinem Schüler noch ein „Geschenk" hinterlassen.

Ja, Meister Xuanwei hatte sich viele Jahre dem daoistischen Weg gewidmet und längst alle weltlichen Verwandtschaften abgebrochen. Die Gäste, die heute zur Beileidsbekundung gekommen waren, waren allesamt Gläubiger, nicht eine einzige echte Verwandtschaft.

Was es noch absurder machte: Der alte Mann schien genau den Zeitpunkt seines Ablebens vorausberechnet zu haben, denn all diese Gläubiger waren von ihm persönlich in der Nacht vor seinem Tod telefonisch benachrichtigt worden!

【Qingzhou, die Schulden, die wir beiden, Meister und Schüler, gemacht haben, müssen irgendwann zurückgezahlt werden. Ein Mensch ohne Vertrauen kann nicht bestehen, und ein daoistischer Praktizierender sollte dies umso mehr beherzigen. In all diesen Jahren habe ich nicht absichtlich nicht zurückgezahlt, sondern nur verzögert und langsam zurückgezahlt, aber diese Schulden müssen letzten Endes beglichen werden. Wenn ich diese Angelegenheit dir überlasse, kann ich beruhigt gehen…】

【Meister! Warten Sie! Was meinen Sie mit „wir beide, Meister und Schüler, haben Schulden gemacht"?!】

【Die beiden Fässer guten Weins vom alten Wang im Ostdorf – hast du sie getrunken?】

【Ja, habe ich.】

【Die neue wattierte Kleidung, die in der Schneiderei im Stadtteil angefertigt wurde – hast du sie getragen?】

【Ja, habe ich.】

【Dann sind die Schulden des Meisters natürlich auch deine Schulden.】

Kaum hatte er diese Worte gesprochen, schloss der alte Mann die Augen, streckte die Beine aus und ging elegant hinüber, ließ Li Qingzhou allein inmitten des Windes in Verwirrung zurück.

Was Li Qingzhou blieb, war ein eigenhändig geschriebener Brief, ein dickes Rechnungsbuch und dieser abgelegene Tempel mit seiner spärlichenOpfergabe.