Die bewusst gedämpften Diskussionen in der Umgebung schwirrten wie sommerliche Mücken um Chen Yuanchus Ohren. Er hatte seinen Rucksack gerade in den Schubladenschrank gestopft, sich noch nicht einmal hingesetzt, da hatte er bereits die seltsamen Blicke der umliegenden Schüler aufgefangen. Diese Blicke richteten sich größtenteils auf das Mädchen neben ihm, das gerade konzentriert Übungsaufgaben bearbeitete, gemischt mit Überraschung, Mitgefühl und kaum verhohlener Neid.
Chen Yuanchu war davon nicht überrascht. Er wandte den Kopf und musterte seine neue Banknachbarin – Lin Wanqiu. Selbst wenn er nichts über sogenannte „Schulprominenz" wüsste, allein die kühle Ausstrahlung dieses Mädchens und die widersprüchlichen Reaktionen der männlichen Schüler – halb畏惧, halb Sehnsucht – verrieten ihm, dass sie keine gewöhnliche Schülerin war.
Aus den Bruchstücken der flüsternden Kommentare ließ sich ein ungefähres Bild zusammensetzen: Sie war Klassensprecherin, hatte große Macht bei Strafpunkten, angeblich führte sie ein spezielles Heftchen für Regelverstöße und galt als allgemein anerkannter „unnahbarer Gipfel". Und das Wichtigste: Sie war hübsch.
Diese Art von Schönheit ging oft mit Distanziertheit einher, wodurch das andere Geschlecht im Umgang entweder übermäßig gehemmt wurde oder mit übertriebener Show versuchte, zu imponieren. Chen Yuanchu hatte eine ruhige Einstellung – er empfand weder Minderwertigkeit noch etwas Besonderes. Für ihn war dies nur ein Teil seiner Übung nach dem Abstieg vom Berg, sein Dao-Herz war gefestigt, und äußere Dinge konnten es kaum erschüttern.
Die Sitze waren bereits geordnet. Als Lin Wanqius Stiftspitze innehielt und sie ihre Arbeit vorübergehend unterbrach, ergriff Chen Yuanchu natürlich das Wort.
„Du bist die Klassensprecherin?"
„Ja."
Lin Wanqiu antwortete diesmal sehr schnell. Sie wollte nicht noch einmal die peinliche Situation erleben, dass dieser Taoist sie schweigend anstarrte, bis sie sich gezwungenermaßen hätte melden müssen.
„Ist Direktor Zhou dein Vater?"
„..."
Der Stift hielt inne. Lin Wanqiu drehte sich um, ihr Blick war von Prüfung und Erkundung geprägt, doch sie sah in Chen Yuanchus Gesicht weder Spott noch absichtliches Schmeicheln. Sein Tonfall war so ruhig, als würde er fragen: „Schönes Wetter heute, nicht wahr?"
„Hat er dir das erzählt?"
Sie wich einer direkten Antwort aus und stellte eine Gegenfrage, was ihre dominante Persönlichkeit deutlich zeigte.
„Nein, das hat er nicht. Man kann es nur aus deiner und Direktor Zhous Gesicht ähnelichkeit erkennen."
„Hat er dich als meinen Banknachbarn eingeteilt?"
„Das müsstest du Direktor Zhou fragen, davon wusste ich vorher nichts."
Chen Yuanchu sagte