14. Erbitterter Blutkampf, alles ist vorbei – Teil 2
Der Schneesturm wurde immer heftiger. Auf dem freien Platz hinter der Kantine war der Schnee mit Blut befleckt und machte einen bunten, fleckigen Eindruck.
Der kleine Mann wurde von der Faust des alten Hüters des Berges erschüttert, sein Herz wurde zertrümmert, und er flog wie ein morsches Stück Holz davon, krachte schwer in den Schneehaufen, zuckte zweimal und war still. Die übrigen drei – die mittelalte Dorfbewohnerin, der Schäfer und der junge Mann im grünen Gewand – machten allesamt ein ernstes Gesicht. Der ursprüngliche Plan schien durch diese Faust aus dem Takt geraten zu sein.
Der alte Hüter des Berges verfolgte sie jedoch nicht, sondern zog langsam seine Faust zurück und sein Blick glitt über die drei hinweg und richtete sich auf den Schäfer, der nicht weit davon kraftlos auf dem Boden saß.
Der Schäfer hielt sich gerade die Brust, und ein dünner schwarzer Blutstreifen tropfte aus seinem Mundwinkel. Offensichtlich hatte er schwere innere Verletzungen erlitten. Ursprünglich versuchte er noch, sich aufzurappeln, doch unter dem Blick des alten Mannes, der wie ein tiefer Teich und ein majestätischer Berg stand, fühlte er, wie seine gesamte Kraft aus ihm herausgesaugt wurde. Er konnte nur noch kraftlos im Schnee zusammensinken.
Der alte Hüter des Berges trat einen Schritt vor, und der Schnee unter seinem Fuß gab ein leises „Knirschen" von sich, das in dieser totenstillen Nacht besonders schrill klang.
„Wer hätte gedacht, dass selbst die Bagua-Faust-Schule einen Schurken hervorgebracht hat."
Die Stimme des alten Mannes war nicht laut, doch sie trug eine durchdringende Kälte in sich, die sogar noch kälter zu sein schien als der Schneesturm.
Bei diesen Worten zuckte der Körper des Schäfers leicht zusammen. Er hob den Kopf, und auf seinem von Falten bedeckten Gesicht zeigte sich ein bitteres Lächeln. Er widersprach nicht und flehte nicht um Gnade, sondern drehte langsam den Kopf und schaute in die ferne, dunkle Berglandschaft. Dort gab es nur endlos Dunkelheit und heulenden Wind, ganz wie seine gerade getrübte Stimmung.
Nach einer langen Weile presste der Schäfer heiser hervor: „Danke!"
Diese zwei Worte waren äußerst leise gesprochen worden, fast sofort vom Schneesturm verschluckt, doch der alte Hüter des Berges hörte sie deutlich.
Das Licht in den Augen des alten Mannes flackerte leicht, sein Ton blieb gelassen wie zuvor, ohne einen Hauch von Leidenschaft: „Gern geschehen."
Kaum waren die Worte gefallen, bewegte sich die Gestalt des alten Mannes. Der Anschein nach war es ein beiläufiger Tritt, doch er war von unüberwindlicher Kraft erfüllt.
„Peng!"
Ein dumpfer Schlag ertönte, und der Kopf des Schäfers sank kraftlos herab. Kein Lebenszeichen mehr. Dieser Kampfkünstler, der sein Lehrgebäude verraten hatte und schließlich ein jämmerliches Ende fand, beendete hier sein sündiges Leben.
Als alles vorbei war, drehte sich der alte Hüter des Berges um und schaute auf den Jungen, der in Ohnmacht im Schnee lag.
Chen Mo lehnte in diesem Moment an einem Haufen unordentlicher Holzstapel, sein Bewusstsein war verschwommen. Der heftige Kampf und die Erschöpfung zuvor ließen ihn nicht einmal die Kraft haben, einen Finger zu rühren. In seinem halben Dämmerzustand hörte er eine sanfte, doch unmissverständliche Stimme in sein Ohr dringen.
„Junge, lebe einfach dein gewöhnliches Leben."
Die Stimme schien aus weiter Ferne zu kommen, und gleichzeitig war sie wie ein Flüstern direkt am Ohr, voller Welterfahrung und Klarheit.
„Die Fertigkeiten, die ich dich gelehrt habe, setze nur im äußersten Notfall ein. Wenn du sie einmal einsetzt, gibt es kein Lebendig-Lassen. Wir werden uns... nicht mehr wiedersehen."
Als die letzten Worte verklangen, spürte Chen Mo, wie seine Lider immer schwerer wurden. Die Gestalt verschwamm im Schneesturm und verschmolz schließlich vollständig mit der endlosen Nacht.