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1. The Youth, The Extraordinary Part 1 · Kapitel 12 — 8. Krise, Stählung der Jin-Kraft Teil 1

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Kapitel 12

8. Krise, Stählung der Jin-Kraft Teil 1

Der Himmel war gerade erst am Dämmern, als vor dem Schlafsaal des Forstbetriebs eilige Schritte und lautes Stimmengewirr zu hören waren. Chen Mo riss die Augen auf. Noch bevor er die Geräusche draußen ordnen konnte, drang ein stechender Geruch von Kräuterpflastern in seine Nase. Er drehte den Kopf und sah, dass Liu Dazhuang auf dem Nachbarbett glühend heiß war. Sein Gesicht war gerötet, und er murmelte unverständliches Zeug, offensichtlich hatte eine Wundinfektion hohes Fieber ausgelöst.

Yang Tiezhu kam herbeigeeilt, sobald er die Nachricht erhalten hatte. Ein einziger Blick genügte, und sein Gesicht wurde aschfahl. Er rief sofort nach Helfern und wartete nicht einmal, bis es vollständig hell wurde, sondern ließ Liu Dazhuang in aller Eile den Berg hinunter ins Krankenhaus bringen. Als Chen Mo sah, wie Liu Dazhuang Hals über Kopf aus dem Zimmer getragen wurde, wurde ihm schwer ums Herz. Unwillkürlich tastete er die gekreuzten Schnitte auf seinem eigenen Körper ab. Seltsamerweise waren diese Wunden zwar tief, entzündeten sich weder noch schwollen sie an, sondern bildeten rasch Schorf. Er fühlte sich so energiegeladen, als wäre er überhaupt nicht verletzt gewesen.

Obwohl er wegen der Ereignisse des Vorabends und seiner Verletzung beim Retten anderer einen freien Tag zur Beobachtung genehmigt bekommen hatte, konnte er jetzt unmöglich weiterschlafen. Liu Dazhuangs plötzlicher Zustand wirkte wie ein Alarmsignal, das ihn Unruhe verspüren ließ. Chen Mo schwang sich aus dem Bett, wusch sich kurz und ging direkt auf den freien Platz vor dem Schlafsaal hinaus.

Der kalte Wind pfiff scharf. Er übte eine Serie von Grifftechniken und führte dann einige Kampftechniken auf Leben und Tod aus, bis sein Körper leicht schwitzte und das Gefühl der Unruhe sich etwas legte.

„Unerwartet, dass Faustkampftechniken eine solche Wirkmacht haben."

Er beendete die Übung und blieb stehen. Chen Mos Geist rief unaufhörlich die atemberaubende Szene des Vorabends ab. Der alte Berghüter war über hundert Jahre alt, doch seine Bewegungen waren so schnell, dass nicht einmal ein Schneeleopard als Spitzenprädator reagieren konnte, bevor er unter seiner Hand den Tod fand. Das war wirklich unfassbar.

„Ist das etwa ein alter Dämon in Menschenhaut? Kann die Chen-Mo-Kampfkunst wirklich Unsterbliche hervorbringen?"

Obwohl seine Gedanken abschweiften, wurde das Feuer in seinem Herzen immer heißer. Da war auch Xie Sanye. Dieser Dämon der Weißer-Lotus-Sekte, der sich unter den Menschen verbarg. Chen Mo war scharfsinnig und hatte einige Dinge bereits durchschaut.

Der Vorfall des Vorabends stammte zweifellos von ihm. Das Warum war einfach: Es ging um den alten Berghüter. Dass die wilden Tiere lautlos vorrückten und plötzlich verschwanden, diente wohl dem Testen. Was testeten sie? In Verbindung mit den Worten von Xie Sanye gestern hütete der alte Mann diesen Ort seit sechzig oder siebzig Jahren. Ein solcher Mann, ein absoluter Meister, der sich freiwillig in diesem unzugänglichen Urwald verkroch, musste ein Geheimnis haben. Hütete er ein Geheimnis? Oder bewachte er etwas? Nur so ließ sich Xie Sanyes Motiv verstehen.

Allein die Ereignisse des Vorabends zeigten, dass Xie Sanye skrupellos war. Ohne das Eingreifen des alten Mannes hätten er und Liu Dazhuang den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen. Dieser Mann hegte Pläne, tarnte sich aber jahrelang, wohl aus Angst, dem alten Mann unterlegen zu sein. Also wartete er, bis der andere alt und schwach war, um dann natürlich bessere Chancen zu haben.

Xie Sanye hatte sie gestern also als Köder für die jungen Leute auf Studienreise genutzt, um zu testen, wie viel Kraft der alte Mann noch hatte und wie lange er noch leben würde?

„Dieses alte Biest."

Bei diesem Gedanken brach Chen Mo kalter Schweiß aus. Er schauderte, und sein Blick wurde düster. Wenn der alte Mann gestern Xie Sanye nicht gewachsen gewesen wäre oder Schwäche gezeigt hätte, wären dann alle hier im Forstbetrieb gestorben?

Nein. Nicht richtig. Die Lässigkeit verschwand aus Chen Mos Gesicht und machte Platz für Ernst. Denn der alte Mann hatte gestern tatsächlich Anzeichen von Erschöpfung gezeigt. Er vermutete es nur, aber der alte Mann kannte die Pläne des Gegners sicher. Als Rivale hätte er ihn töten müssen, um spätere Probleme zu vermeiden. Doch er hatte nicht verfolgt, sondern sich zurückgezogen. Das bedeutete, dass seine Kraft nicht mehr wie früher war und er keine Gewissheit hatte zu siegen.

Das war schlimm. Gestern war nur ein Test. Bald würde Xie Saye töten wollen. Wenn es dann zum Kampf kam, hatten die Menschen hier keine Überlebenschance. Das waren alles normale Menschen, die nicht wussten, dass sie unsichtbar in einen unvorstellbaren Kampf der Unterwelt verwickelt waren.

Die plötzliche Krise ließ Chen Mo fühlen, als säße er auf Nadeln. Er wurde zunehmend unruhig. Wie man so sagt: Geht der Stadtmauer das Feuer an, so leiden die Fische im Teich. Er hatte die Methoden dieser „Fremden“ gesehen. Wenn es zum Kampf kam, würde Xie Sanye sie töten wie Unkraut ausreißen, und mit seiner Geheimkunst der Tierkontrolle wäre es geschehen, ohne dass jemand etwas bemerkte. Und wenn der alte Kerl noch Komplizen hatte?

Nein. Da er Hinweise gefunden hatte, konnte er nicht tatenlos warten. Chen Mo schluckte schwer und ging plötzlich in Richtung des freien Platzes hinter der