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Prologue · Kapitel 1 — Prolog

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Kapitel 1

Prolog

元狩三十二年,清河县。

晨曦初露,天色尚且混沌,长街被一夜大雪覆盖得严严实实。细碎的雪沫子还在空中打着旋儿,将巷口那扇破旧木门上褪色的桃符浸得透湿。

眼瞅着就是除夕,这县城里却听不见半点爆竹声响,家家户户门窗紧闭,死气沉沉。

——

屋内传来压抑的咳嗽声,紧接着是一个孩童的声音:"娘,我去井边打水。"

半晌,里屋传来一个虚弱的女声:"嗯,早去早回,莫走远了。"

"知道了,娘。"

破旧的木门吱呀一声被推开,探出一张约莫八九岁的脸。是个女孩,穿着件大了好几号的棉袄,头上裹着顶旧得发硬的棉帽,脚下的棉鞋鞋底早已磨穿,露出里面的袜子。她手里提着个补了又补的木桶,裹紧了头上的毡帽,一头扎进风雪里。

——

三个月前,瘟疫如猛兽般席卷清河县,病倒的人家不计其数。

起初只是高热不退,浑身无力,躺在床上动弹不得。随后全身会长出红色的疹子,皮肤开始溃烂流脓,最后活活疼死在床上。尸体由官差用草席一卷,拖到城外统一焚烧。

县里人人自危,家家闭户。

陆离的家原本是县里最普通的人家,父亲是私塾里的教书先生,母亲帮人做些绣活补贴家用。三个月的光景,父亲、母亲、姐姐、哥哥相继病倒,如今只剩她还勉强能走动。

她没有去打水,而是朝着相反的方向走去。

——

井在城东老庙那边,她却往城西走。

鞋底早已磨穿,踩在雪水里,冰冷的寒意顺着脚心往上窜。她脸色苍白,嘴唇发紫,却依旧一步一步往前走。

穿过半条街,路上的人越来越少,房屋却越来越气派。直到一座三进三出的大宅院出现在眼前,朱红色的大门上挂着"县衙"二字。

她在门前停下脚步,将木桶放在一边,蹲在门口的石狮子旁边,静静等着。

——

风雪更大了,天色阴沉得可怕。

不知过了多久,朱红色的大门忽然发出一声轻响。

门开了。

一个女子从里面走出来。

雪白的裙摆下露出一双绣着云纹的淡青鞋子,鞋面上嵌着一颗圆润的珍珠。她的衣裳是上好的云锦料子,披着一件雪白的狐裘斗篷,发髻上簪着一支羊脂玉的簪子,整个人如同画中仙。

她正要上轿子,忽然衣角被什么东西扯住了。

低头一看,是个衣衫褴褛的小姑娘,正仰着脸看着她,一双眼睛又黑又亮,像两颗浸在井水里的黑葡萄。

"你是大夫吗?"

小姑娘开口问道,声音沙哑,却透着一股倔强。

"你就是给县令公子看病的大夫,对不对?"

——

Lu Li hatte eine monatelange Wache vor dem Anwesen gehalten, in der Hoffnung, jemanden mit medizinischen Kenntnissen zu finden. Sie hatte beobachtet, wie der junge Herr des Hauses, den man früher schwerkrank hereingetragen hatte, plötzlich wieder gesund erschien – zusammen mit einer ihr völlig unbekannten Frau, die seitdem ein und aus ging. Jetzt bestätigten sich ihre Vermutungen.

Die Dame musterte das Kind, das sie am Ärmel festhielt. »Du weißt, wovon du sprichst, nicht wahr? Du hast beobachtet, richtig? Interessant... so ein kleines Ding, aber so aufmerksam."

Lu Lis Stimme brach, als sie fragte, ob diese Ärztin ihre Familie retten könnte. Die Frau erwiderte kühl, dass sie nur Gifte behandle, keine Seuchen – doch wenn es ein Gift war, gab es auch ein Gegenmittel. Lu Lis Augen begannen zu leuchten.

Sie könnte ihre Familie und ganz Qinghe County retten. Ihre Mutter weinte täglich, ihr Vater seufzte bitter, ihre Schwester und ihr Bruder lächelten trotz ihrer Qualen – all die Erinnerungen überfluteten sie. Sie fiel auf die Knie und flehte die Frau an, sie mitzunehmen, alles zu tun, was immer die Frau verlangte.

Die Frau kniete sich hin, hob Lu Lis Kinn an und musterte sie eingehend. Sie erkundigte sich nach dem Namen, dem Alter, ob sie lesen und schreiben konnte. Als Lu Li bejahte, offenbarte die Frau, dass sie Lu Ling nannte und aus der fernen Hauptstadt kam. Sie hatte den jungen Herrn des Landkreises von einem seltenen Gift befreit, das sie selbst hergestellt hatte – und sie konnte auch Lu Lis Familie von diesem Gift heilen. Lu Li war sprachlos vor Überraschung. Die Frau sprach von dreißigtausend Silbermünzen, die sie verlangte, doch Lu Lis Familie war bitterlich arm – der Vater ein kümmerlicher Lehrer, die Mutter eine einfache Näherin, und das Geld für Medikamente floss bereits wie Wasser. Selbst achttausend wären unmöglich aufzubringen. Die Frau ging an ihr vorbei, doch Lu Li erinnerte sich an das dunkle, nach Medizin riechende Zimmer, die Tränen ihrer Mutter, die Seufzer ihres Vaters, die Worte ihrer Schwester – all die verzweifelten Erinnerungen drängten sie vorwärts. Sie rannte der Frau nach, rief sie, fiel auf die Knie, und alles, was sie noch hatte, war ein Versprechen. Die Frau wandte sich um, betrachtete sie mit einem seltsamen Blick, und Lu Li flehte um Gnade, da sie nur dies eine besaß.